"Unser Problem ist nicht, Öl für maßvollen Wohlstand einzusetzen. Unser Problem ist, Öl für unbegrenzten Überfluss zu vergeuden." Heutiger Kommentar von Klaus Bergmann, Geschäftsführer

News: International & National

HEIZÖL: Schlauer Fuchs oder dummer Junge

Zinsanhebung der EZB schaden Dollar und Ölpreis nicht.


++++ Öltelegramm ++++ Öltelegramm ++++ Öltelegramm ++++

Die EZB (Europäische Zentral Bank) sah sich auf Grund des Inflationsdrucks gezwungen, die Zinsen anzuheben. Die Anhebung wurde erwartet. Gestern wurde sie vollzogen. Nicht zu erwarten war, dass darauf der Dollar steigt. Der Grund für die unerwartete Reaktion liegt in der Aussage des EZB-Chefs, Jean-Claude Trichet, keine weiteren Zinsschritte mehr vorzusehen. Mit dieser Aussage hat er den Dollar attraktiver gemacht. Denn nun bleibt den Devisenanlegern nur die Hoffnung, über eine Zinsanhebung in den USA Kursgewinne erzielen zu können. Volkswirte kritisieren Trichet für seine, wie sie meinen, unhaltbare Aussage. Die Inflation wird weitere Zinsschritte erfordern. Das wird wohl so sein. Aber immerhin hat der schlaue Fuchs gestern verhindert, dass der Dollar in ein absehbares Loch fällt und so die Ölpreise zusätzlich befeuert. Der Aufwärtstrend der Ölpreise lässt sich derzeit nicht aufhalten. Aber eine Beschleunigung konnte vermieden werden. Und in ein oder zwei Monaten wird sich niemand mehr für Trichets Geschwätz von gestern interessieren.

preistreibende (bullische) Einflüsse:
Israel droht dem Iran wegen des Atomprogramms
Iran droht mit Schließung der Straße von Hormus
Libyen droht mit Mengenkürzung
OPEC lehnt Produktionserhöhung ab
Hurrikansaison in den USA
Chinas Nachfrage wächst weiter
Produktionskosten steigen rasant
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2013

preisdrückende (bärische) Einflüsse:
EIA und IEA senken Nachfrageprognosen
Rückgang der OECD-Nachfrage
China setzt Inlandspreise für Ölprodukte herauf
Saudi Arabien bietet mehr Öl an
IEA verschiebt Engpassszenario von 2012 auf 2013
US-Regierung will Ölkonsum senken
Aufsichtsbehörden um Dämpfung der Spekulation bemüht

Unsere Heizölpreise haben erwartungsgemäß ein neues Rekordniveau erreicht. Die Wahrscheinlichkeit für einen Fortgang des Aufwärtstrends ist hoch. Seitdem die Preise nur eine Richtung kennen, macht ihre Verfolgung wenig Sinn. Seit eineinhalb Jahren gilt die Regel, je früher gekauft, umso mehr gespart. Persönliche Zeit ist besser in der Verfolgung des eigenen Verbrauchs investiert. Hier liegt das Einsparpotenzial der Zukunft. Bevor das Haus und die Heiztechnik auf den Kopf gestellt werden, sollte Erkenntnis zum wahren Zustand gesammelt werden. Schnellschüsse nach dem Motto, bloß weg vom Öl, können bitter enden. Denn teurer wird jede Form von Energie.

von Klaus Bergmann
04.07.08 Drucken

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar:






Alle Kommentare:

tina grab schrieb am Samstag, 5. Juli 2008 - 17:03 Uhr warum kann sich China Öl leisten und wer kauft es zu welchem Preis?

B. Winzer schrieb am Freitag, 4. Juli 2008 - 12:48 Uhr @ Schumacher

Auf Ihren Kommentar fällt mir fasst nichts mehr ein.
Die Mehrheit unter uns lebt schon bescheiden aber dennoch nicht sorgenfrei.
Wo sind wir hingekommen, das Ihr Vorschlag DIE Lösung sein sollte.
Und ob ein Verkauf/Kauf so einfach umzusetzen bzw. eine Lösung des Problems ist, ist mehr als zu bezweifeln.

Schumacher schrieb am Freitag, 4. Juli 2008 - 12:01 Uhr @ B.Winzer

Und wie stehen Sie finanziell da, wenn das Barrel Öl 200 Dollar kostet, Ihr Verbrauch aber noch nicht geringer geworden ist?

Die finanzielle Not wird immer größer werden, wenn man die Lebensumstände nicht an die laufende Veränderung anpasst. Der verarmte Adel kennt das Problem seit langer Zeit. Konsequenz, Schlösser und Burgen wurden verkauft. Nun droht Teilen der Gesellschaft ein ähnliches Problem. Die Kosten werden zu hoch, um die gewohnten Lebensumstände aufrechterhalten zu können. Konsequenz, Haus verkaufen und kleineres Haus mit geringerem Wärmebedarf anschaffen. Das hört sich unschön ans. Es ist aber die sinnvollste Lösung, um den Ruin zu vermeiden. Lieber bescheiden und sorgenfrei leben, als sorgenvoll Wohlstand darstellen.

B. Winzer schrieb am Freitag, 4. Juli 2008 - 10:02 Uhr Was in letzter Zeit passiert ist nicht mehr normal. Und der eigene Verbrauch lässt sich auch nun mal nicht gegen Null fahren.
Was tun ? Investieren in Maßnahmen zur Verbrauchssenkung ?
Auch nicht gerade billig ! Und wenn dann der Ölpreis mal Ende dieses Jahres oder im nächsten Jahr bei 200 Dollar liegt, sind wir wieder da wo wir jetzt gerade sind. Dann zahle ich noch schön meine Zinsen für den Kredit in diese lohnende Investition ab und träume weiter davon, das der Klimawandel ja vielleicht noch zu Lebzeiten kommt und ich dann teures Geld in eine Klimaanlage stecken kann, die meine Wohnung runterkühlt usw. usw. usw.

 
Weiter

Send A Friend

Diese Seite weiterempfehlen.

 

Bookmarken

Diese Seite bookmarken bei:

  • Mister Wong
  • Folkd
  • OneView
  • del.icio.us
  • Linkarena
  • Google
  • BlinkList
  • Furl
  • Yahoo MyWeb
  • YiGG